Notfälle/Havarien

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Feuerschaden

Wird das Stichwort „Katastrophe“ im Zusammenhang mit Archiven genannt, so wird den meisten Menschen der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 einfallen. Allerdings haben beispielsweise auch das Oderhochwasser 1997, das Jahrhunderthochwasser der Elbe im Sommer 2002, das Hochwasser im Kanton Basel-Landschaft im Sommer 2007 und das Erdbeben in den Abruzzen im April 2009 zu Verlusten und schweren Schäden an Archivgut geführt, und auch der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar im September 2004 hatte den Verlust von unikalen Kulturschätzen zur Folge.

 

Weit häufiger als zu solchen Katastrophen kommt es jedoch zu kleinen und mittelschweren Notfällen. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um Wasserschäden. Gerade erst im Juli 2011 waren das Stadtarchiv Erlangen und ein hessisches Kommunalarchiv betroffen. Wir stellen daher in der rechten Spalte unter Downloads ein Diagramm mit den zu empfehlenden Notfallmaßnahmen bei einem Wasserschaden zur Verfügung.

 

Die Ursachen für Wasserschäden können vielfältig sein. Sie reichen vom vergessenen Boiler-Zulauf über das Hochwasser des örtlichen Baches oder Flusses bis hin zum eingefrorenen und dann geplatzten Wasserrohr. Aber auch ausgefallenere Gründe können zum Wasserschaden führen, wie die Fehlbedienung einer Sprinkler-Anlage im Gebäude des Stadtarchivs Düsseldorf im Juli 2010 gezeigt hat.

 

In Notfällen erweist es sich immer wieder, dass die Schäden um so geringer ausfallen, je besser zuvor für den Fall der Fälle geplant wurde. Notfallplanung sollte deshalb nicht nur in Staatsarchiven und großen Stadtarchiven, sondern auch in mittleren und kleinen Kommunalarchive durchgeführt und aktuell gehalten werden. Einige wichtige Aspekte einer guten Notfallplanung sind:

 

Risikoanalyse: Welche Risiken bestehen? Können Sie durch Baumaßnahmen, anlagentechnische Änderungen, Dienstanweisungen etc. minimiert oder ausgeschaltet werden?
Alarmplan: Wer muss im Notfall verständigt werden?
Helferschulung: Wer übernimmt im Notfall welche Aufgabe?
Gerade in kleinen Einrichtungen mit wenigen Mitarbeitern – von denen auch noch der eine oder die andere in Urlaub oder krank sein kann – ist neben der Schulung der Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen auch die präventive Kooperation mit externen Helfern wichtig. Denn hauptamtliche Archivarinnen und Archivare gibt es nicht überall, eine Feuerwehr hat dagegen so gut wie jedes Dorf!
Bergungsorte definieren: In welche Ausweichdepots kann das Geborgene verbracht werden?
Materialvorsorge: Ist für den Notfall das nötige Material vorhanden, um ohne Zeitverlust zu handeln?

 

Eine Erstversorgung mit Notfallmaterialien für die Kommunalarchive in Hessen unterstützen wir durch die Stationierung von Notfallboxen-Sets an verschiedenen Standorten. Welcher Standort für welches Kommunalarchiv der erste Ansprechpartner sein soll, finden Sie auf der Seite Notfallboxen.

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