Stand- und Fahrregale

Der Magazinraum ist das Herzstück eines Archivs. Neben anderen bestandserhalterischen Aspekten wie z. B. Klima, Belüftung, Sicherung etc. gibt es auch bei der Auswahl von Regalen und Schränken wichtige Punkte zu beachten.

Der_Magazinraum_Foto.jpg

Rollregalanlage

Zunächst ist ein Magazin ausschließlich für die Aufbewahrung von Archivgut vorgesehen; es ist kein Abstellraum oder Lagerungsort für die aktuelle Registratur der Behörde. Auch die Einrichtung dauerhafter Arbeitsplätze ist aus Gründen des Gesundheitsschutzes sowie aus bestandserhalterischer Sicht unbedingt zu vermeiden.

Die Lagerung von Schriftgut, verpackt in Archivkartons, erfolgt in Regalen; andere Archivaliengattungen wie Fotografien oder Karten und Pläne werden in speziellen Foto- oder Kartenschränken aufbewahrt. Bei der Auswahl von Regalen und Schränken sind Kriterien wie Material, Tragfähigkeit und Größe zu beachten. Die Größe eines Einrichtungsgegenstands ist zum einen nach der Beschaffenheit des Raumes, zum anderen nach den Anforderungen der Archivalien auszuwählen.

Regale aus unbehandeltem Eisen können leicht rosten und eignen sich nicht zur Lagerung von Archivalien, auch Aufbewahrungsmöglichkeiten aus Holz sollten – nicht nur wegen der Feuergefahr – keinen Platz in einem Magazin finden. Empfehlenswert sind Regale mit einem pulverbeschichteten oder einbrennlackierten Überzug: Sie sind feuerfest, lassen sich gut reinigen und geben keine Schadstoffe an das Archivgut ab.

Um auch nach Einbau der Regale eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten und die Bildung von Schimmel zu vermeiden, sollten Standregale oder Rollregalanlagen nicht direkt an die Außenwand gestellt werden. Sinnvoll ist ein Mindestabstand von ca. 18–20 cm zwischen der Außenwand und dem Regal. Auch der Abstand zwischen der Decke und dem obersten Fachboden sowie dem Fußboden und dem untersten Fachboden ist relevant und sollte ca. 15 cm betragen.

Generell sollte ausreichend Raum zur Verfügung stehen, um sich ungehindert zwischen den Regalen zu bewegen. Ein Hauptgang, der den Zutritt zu den einzelnen Regalreihen garantiert, hat in der Regel eine empfohlene Mindestbreite von 2,50 m. Die davon abgängigen Bediengänge können schmaler sein, sollten allerdings eine Breite von mind. 80 cm nicht unterschreiten.

Stand- und Fahrregale müssen eine große Last tragen können. Die Tragfähigkeit von Fachböden spielt daher eine große Rolle. Mit mindestens 80 kg/lfm muss ein Regalboden bei einer Fachtiefe von 40 cm belastbar sein.  Der Wert erhöht sich bei einer Fachbodentiefe von 60 cm auf 120–150 kg/lfm. Diese Werte verdeutlichen, dass ein Regal nicht nur schwer zu tragen hat, sondern bei voller Beladung plus Eigengewicht auch selbst sehr schwer ist. Daher ist ein besonderes Augenmerk auf die Deckenbelastbarkeit zu legen. Ein Statiker muss prüfen, ob der Boden mit 750–1250 kg (Standregale) und 1250–1500 kg (Fahrregal) pro Quadratmeter belastbar ist.

Je nach Raumgröße und den Raumverhältnissen ist der Einbau einer Platz sparenden Fahrregalanlage eine Überlegung wert. Abhängig von den Anordnungsmöglichkeiten und der Beschaffenheit des Raumes können Rollregale bis zur doppelten Kapazität von Standregalen aufnehmen, wenngleich sie in der Anschaffung teurer sind. Durch den Einsatz einer Fahrregalanlage besteht allerdings auch eine erhöhte Unfallgefahr. In einem unbedachten Moment können die Regale bewegt werden, während sich unbemerkte Personen ebenfalls in der Anlage aufhalten. Das Unfallrisiko steigt zusätzlich, wenn sich Vorsprünge oder andere Einbauten im Magazin befinden. Um das Unfallrisiko zu minimieren, ist ein Freiraum von mind. 50 cm zwischen Fahrregal und einem Hindernis unabdingbar.